Was fliegt denn da?

Wichtig zu Beginn einer Beratung ist eine ordentliche und fachkundige Artansprache. Sprich die eindeutige Bestimmung, um welches Insekt es sich handelt. Erst danach können wir gemeinsam überlegen, ob überhaupt und, wenn ja, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten.

Ich habe dir ein paar Tips zusammengestellt, die es dir ermöglichen, die Tiere gut zu beobachten und ein paar Fotos zu machen ohne dich selber zu gefährden.

Verhaltensregeln beim Beobachten

Sicherheit geht vor!

Egal ob Biene, Wespe oder Hornisse. Fast alle Arten, über die wir hier sprechen gehören zu den sogenannten Stechimmen. Das heißt sie besitzen einen Wehrstachel, dessen Stich in Verbindung mit Gift sehr schmerzhaft sein kann. Gerade in der Nähe zum Nest neigen die Tiere zu einem teilweise ausgeprägtem Verteidigungstrieb.

 

Meistens beginnt dieser mit einem ersten Abchecken. Sollte dich also ein Tier direkt anfliegen und sich für dich interessieren, entferne dich zügig und klar wieder ein paar Meter!

 

Aber du musst keine Angst haben. Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln kannst du die Tiere völlig unbehelligt für einen kurzen Zeitraum beobachten und wichtige Informationen für das Beratungsgespräch sammeln.

Flugloch und Flugrichtung

Meist ist der starke und überhaupt erst wahrnehmbare Beflug auf ein Nest in deiner Nähe zurückzuführen. Der Einflug zu diesem Nest ist ein einzelnes sogenanntes Flugloch. Alle anfliegenden Insekten werden auf diesen Punkt hin zusteuern. 

 

Halte zunächst ein paar Meter Abstand und versuche den Punkt zu lokalisieren an dem alle “Anflugrouten” zusammenlaufen. An Häusern sind dies meist kleine Löcher im Mauerwerk, Spalten von Rolllädenkästen an denen der Rollladenpanzer in den Kasten läuft oder kleine Spalten zwischen Dachziegeln oder Spenglerblechen.

 

fluglochJe nach Jahreszeit, Wetter und Art kann der Beflug sehr sporadisch sein, sodass du ein paar Minuten warten musst, bis du genügend Tiere beobachten konntest.

Im Frühjahr sind die Nester noch so klein, dass nur wenige Tiere pro Minute überhaupt ausfliegen.
Bei schlechtem Wetter mit viel Wind oder gar Regen wird man auch im Hochsommer keinen Flugbetrieb sehen.
Einige Arten, wie zum Beispiel die Feldwespe bilden nur sehr kleine Nester mit weniger als 100 Tieren. Hier ist auch im Sommer bei gutem Wetter mit deutlich weniger Aktivität zu rechnen.

 

Wenn du das Flugloch gefunden hast, kannst du auch die abfliegenden Tiere gut verfolgen. Diese kommen mit einer hohen Geschwindigkeit aus dem Flugloch und fliegen recht geradlinig ab. Versuche dich aus diesen Abflugrouten fern zu halten. Selbst die sehr friedfertige Honigbiene schaut leider nicht nach links und rechts beim Abflug und reagiert bei einem “Zusammenstoß” mit dir mit einem spontanem Stich. Positioniere dich seitlich vom Flugloch (siehe Abbildung) möglichst nah an der Wand. Dort solltest du die Tiere nicht behindern.

Beobachten und Fotos machen

Am Besten ist ein kurzes Video mit dem Handy. Durch das Flugverhalten kann man schon deutlich erkennen, ob es sich um eine Wespe, Hornisse oder Biene handelt.

Fotos von fliegenden Insekten sind eher schwierig. Vielleicht sitzt aber ein Tier an der Hauswand neben dem Flugloch für ein schnelles Foto. Manchmal liegen auch tote Tiere direkt unter dem Nest. Auch von diesen kannst du natürlich sehr einfach Fotos machen.

 

Verzichte dabei aber auf Blitz oder Videoleuchte. Das irritiert die Insekten und reizt sie.

 

Halte dich aber bitte wirklich nur kurz und solange wie nötig in der direkten Nähe zum Nest auf. Ein Video und ein paar Fotos lassen sich in unter 30 Sekunden gut machen. Jedes Nest hat Wächter, die auf eine anhaltende Störung reagieren.

Sollte ein Video oder Foto doch nichts geworden sein, komme lieber ca. 30min später wieder und versuche dann noch einmal. 

Zusammenfassung

  1. Suche aus der Ferne nach einem möglichen Flugloch.
  2. Nähere dich seitlich dem Flugloch und halte dich möglichst nah an der Wand.
  3. Halte dich nur kurz in der unmittelbaren Nähe des Nestes auf.
  4. Mache ein kurzes Video von Flugbetrieb und ein paar Fotos von sitzenden oder toten Tieren.
  5. Verzichte auf Blitz oder Videoleuchte.
  6. Gehe bitte nur so nah ran, wie du dich wohlfühlst!
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